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Dirk Hess, Citi

Dirk Hess

Mit Dirk Heß, Co-Leiter des öffentlichen Vertriebs von Derivaten für Privatkunden in der EMEA Region (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) bei Citi führte OnlineBroker-Portal.de folgendes Interview:

Frankfurt am Main (OnlineBroker-Portal.de)

Mit Dirk Heß, Co-Leiter des öffentlichen Vertriebs von Derivaten für Privatkunden in der EMEA Region (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) bei Citi führte OnlineBroker-Portal.de folgendes Interview:

 1)    Mit dem Citi-Investmentbarometer fragen Sie regelmäßig die Markteinschätzung privater wie professioneller Investoren ab. Sie können daraus aber auch Rückschlüsse auf das Anlegerverhalten schließen. Wie ist aktuell die Stimmung? Ist die Risikobereitschaft und damit auch das Interesse an spekulativen Instrumenten wieder gestiegen?

 Das Citi-Investmentbarometer, welches wir zusammen mit TNS Infratest durchführen, befragt quartalsweise Privatanleger und professionelle Marktteilnehmer. Die Stimmung ist im dritten Quartal 2012 deutlich positiver als noch Mitte des Jahres. So glauben rund 50 Prozent der befragten Privatanleger beispielsweise an steigende Aktiennotierung in den kommenden drei Monaten. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Befragung Anfang 2011. Ebenfalls glauben rund 50 Prozent der Privatanleger an steigende Rohölpreise auf die kommenden drei Monate. Gleichzeitig erwarten aber auch fast 70 Prozent der Privatanleger steigende Goldpreise in den kommenden drei Monaten. Ein klares Zeichen dafür, dass die Stimmung weiterhin angespannt ist.
Das Interesse auch an risikoaffinen Investments ist vor allem bei Privatanlegern weiterhin vorhanden. Knapp über 70 Prozent von ihnen geben bei Zertifikaten als wichtiges bzw. sehr wichtiges Ziel „kurzfristige Spekulation“ an. Das Interesse an spekulativen Instrumenten können wir auch daran erkennen, dass rund 45 Prozent der Privatanleger über Optionen und Turbos in den Aktienmarkt gehen. Selbst hochspekulative CFDs werden von rund 15 Prozent der Privatanleger genutzt.
Professionelle Marktteilnehmer sind hier eher zurückhaltend. Bei ihnen steht zu über 60 Prozent auch weiterhin der langfristige Vermögensaufbau mittels Zertifikaten im Vordergrund.

2)    Für Optionsscheine und andere Hebelinstrumente gibt es gerade in Deutschland einen großen Markt. Andererseits rücken Derivate insgesamt sofort wieder in die Kritik, wenn es zu Kursrückschlägen kommt. Wie schätzen Sie aktuell die Akzeptanz für Derivate, aber auch das Wissen um die Chancen und Risiken dieser Anlageinstrumente ein?

 Hier muss klar differenziert werden. Wenn in der breiten Öffentlichkeit und der Politik von Derivaten gesprochen wird, dann sind damit meist nicht Zertifikate beziehungswiese Optionsscheine und Hebelprodukte gemeint, sondern die Debatte bezieht sich auf Produkte wie beispielsweise Kreditderivate, die im institutionellen Finanzgeschäft eingesetzt und gehandelt werden.

 

Wir stellen bei unseren Anlegern eine hohe Akzeptanz fest. Dies liegt zum einen daran, dass Hebelprodukte unerlässlich sind, um bestimmte Kursrisiken abzusichern oder um kurzfristig zu investieren. Zum anderen ist auch ein Grund, dass wir als Citi bereits weit über 23 Jahre in diesem Geschäft in Deutschland aktiv sind. Fast allen Anlegern sind wir daher ein Begriff. Seit Beginn des Deutschlandgeschäfts haben wir auf guten Service, Transparenz und vor allem auf Wissen bzw. Aufklärung im Derivatebereich gesetzt. Die Ergebnisse dieser Arbeit, wie Beispielsweise eine hohe Akzeptanz bei Hebelprodukten insgesamt – und unserem Angebot im Speziellen – können wir gerade nach über zwei Jahrzenten in Deutschland gut ablesen.

3)    Trader finden heute online eine Vielzahl technischer Hilfsmittel und Informationsangebote. Wie schätzen Sie deren Bedeutung ein und welches dieser Serviceangebote Ihres Hauses würden Sie dabei besonders hervorheben?

Technische Hilfsmittel und Informationsangebote sind natürlich für aktive Anleger ungemein wichtig. War vor einigen Jahren hier das Angebot noch relativ dürftig, so haben heute die Anleger eher das Problem, die guten Hilfsmittel von den überflüssigen zu unterscheiden.

 

Wir sind stolz darauf, dass wir erst jüngst vom Wirtschaftsmagazin Börse-Online für unsere nutzerfreundliche Website und unser neues Chart-Tool auf unserer Internetseite ausgezeichnet wurden. Dieses besondere Service-Angebot ist für jeden Nutzer frei zugänglich, bedarf keiner aufwendigen Download-Prozedur und liefert sehr hilfreiche Signale für die eigenen Handelsentscheidungen. Bisher haben wir sehr positives Feedback zu diesem Serviceangebot erhalten.

 4)    Die Politik der Notenbanken hat in jüngster Zeit nicht nur den Aktienmärkten zu einem neuen Aufschwung verholfen, sondern auch mit Blick auf Inflationsgefahren und Währungsrisiken das Interesse an Gold wieder geweckt. Worauf sollten spekulative Trader achten, die mit Hebelprodukten auf neue Allzeithochs des gelben Metalls setzen? Und was würden Sie dem eher konservativen Anleger raten?

Will man aktiv auf Veränderungen des Goldpreises setzen, sollte man die Regeln berücksichtigen, die für alle Investments gelten. Gerade bei einem teils sehr volatilen Basiswert wie Gold sollte man striktes und diszipliniertes Money-Management betreiben. Die Überwachung der Position und das Setzen einen Stop-Loss-Limits sind unverzichtbar. Für Trader, die kurzfristige Trends ausnutzen wollen, sind sogenannte Trailing-Limits eine interessante Möglichkeit. Hierbei wird das Stop-Loss-Limit in die Gewinnzone mitgezogen. Money Management gilt übrigens auch für konservative Anleger. Sie sollten aber nicht zu Hebelprodukten greifen sondern sich mit Hilfe eines Beraters über den Einsatz von z.B. Bonuspapieren mit tiefer Barriere informieren.

5)    Der Dax ist wieder durchgestartet. Ist das aktuelle Niveau eher ein gutes Umfeld für Discount- oder für Bonuszertifikate?

Discount- und Bonuszertifikate eignen sich immer, wenn der Anleger einen Teilschutz vor Rückschlägen sucht. Durch geschickte Auswahl des Caps bei Discounts oder der Barriere bei Bonuszertifikaten kann man seine Rendite optimieren. Während man sich bei Discounts die Gewinnmöglichkeit begrenzt ist, partizipiert man bei klassischen Bonuszertifikaten unbegrenzt. Die Seitwärtsrenditen sind im allgemeinen aufgrund der niedrigen Volatilität geringer als sonst. Jedoch kann man im Aktienbereich noch immer Papiere mit attraktiven Renditen finden.

Die Redaktion von OnlineBroker-Portal.de bedankt sich herzlich für dieses Gespräch.